Die Woiwodschaft Śląskie zählt zu den
wirtschaftlich stärksten Regionen Polens, und
erwirtschaftet
13,7% des Brutto- Inlandsproduktes. Damit nimmt die
Woiwodschaft
im Landesvergleich den 2. Platz ein. Das BIP umgerechnet auf
1
Einwohner beträgt 23,7 Tsd. PLN und ist 2,3 Tsd. PLN
höher
von dem durchschnittlichen BIP in Polen.
Ein wichtiger Indikator für den Wandel, den die
Wirtschaft der Region erlebt, ist die deutliche
Veränderung
in der Struktur der hier erzielten Brutto- Wertschöpfung. Der
Anteil der s.g. Market Services und der Non- Market Services
beträgt aktuell 60,5%, und hat im Vergleich zu 1999
um 3,5%
angezogen.
Struktur der in der Woiwodschaft Śląskie
erhobenen Brutto- Wertschöpfung.
Angaben in %
Die Woiwodschaft Śląskie ist reich an
Bodenschätzen. Zu
diesen zählen u.a. die Steinkohle, die Vorkommen an Zink- und
Bleierzen, ferner Methangas, Mergel- und Kalksteinvorkommen,
natürliche Baurohstoffe, sowie Heilbad-, Thermal- und
Mineralwasserquellen. Diese natürlichen Ressourcen bildeten
die
Basis für die Entstehung des
größten
Industriereviers in Polen.
Hier befinden sich 38 aktive Steinkohlebergwerke, 25
Hütten und Hüttenwerke, sowie 21 industrielle
Kraftwerke und
Wärmekraftwerke, ferner 22 Elektrizitätswerke, die
ihre
Leistung in das allgemeine Stromversorgungsnetz abliefern. Im
Branchengefüge ist der Steinkohlebergbau nach wie vor der
wichtigste Wirtschaftssektor in der Region, und das
Hüttenwesen
der zweitwichtigste.
Gegenwärtig findet im Steinkohlebergbau sowie
der Eisen-
und Stahlmetallurgie eine tiefgreifende Umstrukturierung statt, die auf
den Bergbau bezogen nicht nur mit dem Abbau von
Arbeitsplätzen von 243 000 in 1997 auf 131 000 in 2003 sowie
der
Verbesserung der Effektivität einhergeht, sondern
auch
grundlegende Veränderungen in der Eigentums- und
Managementstruktur nach sich zieht.
Die Strukturumwandlungsprozesse im Hüttenwesen
erfolgten
zügiger als im Bergbau, so dass diese Sparte bereits
weitestgehend privatisiert ist.
Parallel zu dem Wandel im Hüttenwesen und
Bergbau wird
die Restrukturierung des gesamten Brennstoff- und
Energiesektors
vorangetrieben. Aufgrund der hohen Industriekonzentration ist die
Woiwodschaft Śląskie landesweit der zweitgrößte
Energieerzeuger mit 19,7% der gesamten Inlanderzeugung und der
größte Energieabnehmer.
Im Umfeld der umstrukturierten
traditionsreichen Industriezweige entwickelten sich in der
Woiwodschaft Śląskie begleitend weitere Industriebranchen, vor
allem der moderne
Maschinenbau mit dem geeigneten Maschinenpark und erfahrenem
qualifizierten Personal. Die
anfänglichen Schwierigkeiten
des Strukturwandels Anfang der 90. Jahre sind nun überwunden,
mittlerweile hat diese Industrie den Einsteg auf
Auslandsmärkten geschafft und stellt heute einen wichtigen
Wirtschaftsfaktor der Woiwodschaft dar.
Infolge der seit mehreren Jahren greifenden
Umstrukturierungsmaßnahmen sind systematische
Veränderungen der Wirtschaftsstruktur der Woiwodschaft
festzustellen. Es wird ein ständiger Rückgang
des Anteils von Industriezweigen, die bis vor kurzem in der
Wirtschaft der Woiwodschaft noch vorherrschten: wie Bergbau oder
Hüttenwesen, an der gesamten Wirtschaft verzeichnet. Die
Bedeutung
von solchen Industriezweigen wie Elektromaschinenbau, Informatik,
Energiewirtschaft nimmt weiter zu. Die rasanteste Entwicklung ist in
der Automobilindustrie (die Region ist der
größte Automobilhersteller in Polen) sowie der
Lebensmittelindustrie festzustellen.
Auf die Woiwodschaft Slaskie entfallen 17,2% des
Gesamtvolumens der abgegeben Industrieproduktion des Landes, woran der
Anteil der privaten Sparte 62% beträgt.
In der Woiwodschaft Ślaskie sind über 424 000
Unternehmen der Volkswirtschaft registriert, davon 330 100 sind
private Personen mit eingetragenem Gewerbe, die damit die
stärkste Gruppe darstellen, nebst Kapitalgesellschaften in der
Zahl von 23 500, davon 4.100 sind Gesellschaften mit
ausländischer Kapitalbeteiligung. Die kleinste Gruppe bilden
staatseigene Unternehmen.
Von der Gesamtzahl der in der Region niedergelassenen
Unternehmen zählen 96,1% zum privaten Sektor, was 11,8% der
gesamten Unternehmenszahl im Lande entspricht. Die entscheidende
Mehrheit der regionalen Privatunternehmen ist in der
Dienstleistungssparte angesiedelt mit dem Anteil von 71,5%. Ein
nicht geringer Anteil kommt davon Unternehmen in der Industrie und im
Bauwesen mit 20,7% sowie in der Sparte der Non-
Marker Services mit 6,5% zu.
Unternehmen der Volkswirtschaft in 2003
geordnet nach Geschäftsfeldern
Mit dem Anteil von 12,1% an dem gesamten Wissenschaft-
und
Forschungspotential Polens nimmt die Woiwodschaft als bedeutendes
wissenschaftliches Zentrum landesweit den 2. Platz ein. Die Basis
hierfür bilden 112 diverse wissenschaftliche Einrichtungen,
davon
36 Wissenschafts-, Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, wovon 6
der Polnischen Akademie für Wissenschaft angeschlossen sind,
ferner 46 Einrichtungen für Entwicklung sowie 14 Hochschulen
mit
Forschungsauftrag.
Die Wissenschafts- und Forschungsinstitute
beschäftigen
sich vordergründig mit Fragen des Umweltschutzes, der
Energiewirtschaft, Automation und Elektronik sowie des Bauwesens.
Mit dem Ziel, die Intensität der Zusammenarbeit
zwischen der Forschung und Entwicklung auf der einen Seite und der
Wirtschaft auf der anderen Seite voranzutreiben, funktionieren in
der Woiwodschaft 3 Konsortien für Wissenschaft und Industrie,
nämlich:
das Schlesische Zentrum für
hochentwickelte Technologien (Śląskie Centrum Zaawansowanych
Technologii);
das Zentrum für hochentwickelte Technologien
Energie- Umwelt- Gesundheit (Centrum Zaawansowanych Technologii
Energia- Środowisko- Zdrowie);
das Zentrum für hochentwickelte Technologien
zum
Gesundheitsschutz und -förderung (Centrum Zaawansowanych
Technologii dla Ochrony i Promocji Zdrowia)
* GERD: Gross Domestic Expenditure on
R&S - die
Summe der gesamten Aufwendungen, die den betreffenden Einrichtungen im
jeweiligen Land angefallen waren in Forschung und Entwicklung im
jeweiligen Jahr
** Statistische Erhebungen für
2002, Statistikblatt
der Woiwodschaften Hauptstatistikamt 2004, Statistisches
Jahresblatt der Woiwodschaft Śląskie, Statistikamt in Katowice ,
Wissenschaft und Technik in 2005 herausgegeben vom
Hauptstatistikamt
Gemessen an der Anzahl von Unternehmen im Bereich der
hochentwickelten Technologien kann der Woiwodschaft die
führende Stellung nicht abgestritten werden. In der Region
sind
Mikrounternehmen (mit bis zu 10 Beschäftigten) in den
Geschäftsfeldern wie: Herstellung von Medizingeräten
und
chirurgischen Instrumenten sowie orthopädischen
Geräten,
Fernseh- und Radiosendeanlagen sowie Apparaten für die
Netztelefon- und Fernschreibübertragung, ferner Messtechnik-,
Überwachungs-, Forschungs- und Navigationsapparaten,
etc., besonders stark vertreten.
Mit der Entwicklung von hochentwickelten Technologien
wächst die
Bedeutung des Fortschritts und der guten Qualität von IT-
Leistungen,
bedingt durch die unabdingbare Umsetzung von Investitionen in die
Informatik- und Softwareinfrastruktur.